Traumstrände und viel zu viel Sand

silkeunduli Mosambik


Traumstrände und viel zu viel Sand 08. bis 11.08.2022

Unser Weg führte uns heute nach Morrungulo. Wir überqueren noch einmal den südlichen Wendekreis. Die Strände sind kilometerlang, meist menschenleer und bieten Robinson-Crusoe-Feeling pur. Nord- und Zentralmosambik sind relativ dünn besiedelt. In der Provinz Inhambane gibt es mehr Kokosnusspalmen als Menschen. Die Palmenhaine reichen bis an die Küste, wo man hier in Mosambik früher oder später immer wieder landet. Der Platz liegt direkt am Meer und normalerweise wären wir auch direkt am Strand, aber leider können wir mit unserem Auto die steile Straße zum Campingplatz nicht runter fahren. So stehen wir oben an der Rezeption mit einem tollen Blick auf das Meer und sind aber trotzdem nicht so entspannt wie wir wollen, da wir eine ganz schlimme Straße fahren mussten und uns jetzt die ganze Zeit überlegen, wie wir hier wieder raus kommen. Auch kümmert sich unser Guide nicht um die „Obengebliebenen“ und wir brauchen erst einmal eine Stunde, ehe wir Strom haben und wissen, wo wir Wasser bekommen und wo Toiletten sind. Duschen müssen wir allerdings unten. Wir werden dafür aber mit einem tollen Strand belohnt.

Am nächsten Morgen machen wir einen langen Strandspaziergang, aber vorher müssen wir noch das Visum für Malawi beantragen. Das Internet ist „grottenschlecht“ und so dauert das fast 2 Stunden. Normalerweise hätte das über die Agentur gemacht werden sollen, warum das nicht geht erfahren wir leider nicht. Uns so quälen sich alle allein durch, bei dem einen geht das Internet nicht, andere bekommen keinen Hotspot aufgebaut und andere wiederum haben Probleme mit der Bezahlung. Unser Guide will sich aber erst am frühen Nachmittag darum kümmern, dass die restlichen auch ihr Visa beantragen können. Er genießt erst einmal das Meer. Alle sind etwas frustriert und nicht begeistert von der Organisation durch das Team.

Wir wandern anschließend am Strand entlang und am Nachmittag genießen wir ein Glas Wein mit Mitfahrern aus Essen am Strand. Bei einem tollen Sonnenuntergang mit Blick auf das Meer lassen wir den Tag ausklingen.

Wir haben wirklich nicht gut geschlafen, da heute die Auffahrt durch die Sandpiste erfolgen sollte. Alle nicht 4×4 Fahrzeuge hatten sich verabredet, dass immer ein 4×4 Fahrzeug vorweg fährt und ggf. den anderen hochziehen kann. Also haben wir uns um 7 Uhr mit Manfred und Silvia verabredet. Vor uns fuhren dann Herrmann und Sabine im Bürstner.

Bereits nach 30 m steckten die Beiden fest und uns wurde ganz anders. Wir beobachteten das Ganze von unten aus. Dann kam ein Einheimischer und meinte, es gäbe einen Umgehungsweg, der wäre sehr einfach und wir würden oberhalb der Sandberge ankommen. Also ein 4×4 vorgeschickt und als wir nichts mehr hörten sind wir nach 15 min hinterher. Die ersten 300 m waren auch super, dann kam Sand und wir blieben stecken. Wieder etwas zurück und Palmenblätter untergelegt, dann ging es wieder 50 m weiter. So haben wir uns weitere 150 m vorgearbeitet, dann allerdings waren die Bäume so niedrig, dass nichts mehr ging. Hier steckte auch das 4×4 Fahrzeug fest. Er hat dann auf dem Camping angerufen und es kam einer mit einer Seilwinde. Mit viel Muskelkraft und diversen Unterlegteilen bekamen wir den 4×4 aus dem Sand und gedreht, sodass er wieder zurück konnte. Jetzt war unser Fahrzeug dran. Erst etwas nach vorne auf die Wiese ziehen, dann zurück rollen lassen und dann versuchen zu drehen. Beim Versuch uns aus der Wiese abzuschleppen brach der Abschlepphaken ab.

Video rausziehen auf die Wiese

Video der Abschlepphabekn bricht

Jetzt waren wir ratlos wie wir jemals den Berg hochkommen sollten ohne Abschlepphaken. aber erst einmal zurück zur Sandpiste. Wir haben alle anderen Fahrzeuge passieren lassen, ehe wir los sind. Zwischenzeitlich hatte man Sandbleche und Spaten organisiert, falls wir stecken bleiben würden. Fast die ganze Gruppe stand oben und hat auf uns gewartet.

Wir kamen uns vor wie bei der Formel 1. Völlig konzentriert sind wir los, erster Gang rein und ohne Rücksicht auf irgendwelches Inventar im Wohnmobil ging es los. Es scherbelte alles durcheinander, Uli gab Gas und versuchte immer die feste Pistenspur zu halten. Unsere größte Angst war in einen Sandhaufen zu fahren und unser Auto kaputt zu machen. Zwischenzeitlich dachten wir schon wie bleiben stecken aber wie auch immer, wir kamen oben an. Riesen Applaus von allen, Uli war kreidebleich und brauchte bestimmt 10 min ehe er wieder soweit war, dass wir weiter konnten. Auch Silke war nervlich total angespannt. Schweißnass und voller Adrenalin mussten wir erst einmal wieder zur Ruhe kommen.

Video Auffahrt

Der Rest der Tagesetappe war dagegen „Kinderteller“. Wir sahen Schilder, die auf Elefanten hinwiesen, die die Straße kreuzen würden, aber wir sahen leider keine. Wir kamen vorbei an hübschen Dörfern. Überall gingen Kinder an der Straße entlang zur Schule. Man mag sich das in Deutschland kaum vorstellen. Die Kinder laufen am Straßenrand und auf der Straße fahren riesige LKWs vorbei. Undenkbar in Deutschland. Alle Kinder winkten uns freundlich zu. Wer hier ein Fahrrad hat, hat schon Luxus pur. Unser heutige Ziel war Inhassoro.

Inhassoro ist ein kleiner Fischerhafen der immer mehr touristisch erschlossen wird. Die Bucht vor Inhassaro ist bei Tauchern mit den Riffen beliebt und die Gegend ist ein saisonales Zuhause für viele Arten von Delfinen, Schildkröten, den seltenen und gefährdeten Dugong oder Seekuh, Walhaien, Mantarochen und Buckelwalen. Wir haben uns einen schönen Stellplatz mit Blick aufs Meer gesucht. Die Männer versuchten jetzt das abgebrochene Stück unseres Abschlepphakens rauszubekommen was letztendlich auch gelang, sodass wir jetzt wieder einen einschrauben könnne. Wir versuchten dann noch einige von den Mitfahrern und es passten auch welche. Hoffentlich brauchen wir keinen mehr. Spätestens hier waren wir wieder einmal froh in einer Gruppe zu reisen und nicht allein. Nach dem Essen im nahegelegenen Restaurant waren wir schnell im Bett und hatten einiges an Anspannung und Schlafmangel zu verarbeiten.

Am nächsten Morgen stand eine Bootstour auf die nahegelegene Insel Santa Carolina. Die Insel Santa Carolina hat paradiesische Strände mit weißem Sand und kristallklarem Wasser. Und nur wenige besuchen sie. Die Insel hat jedoch ein Problem: Bei den bewaffneten Konflikten der 1970er Jahre wurden mehrere Gebäude aufgegeben, darunter ein Hotel mit 100 Betten, Tennisplätzen und sogar ein Spa. Es gibt diejenigen, die glauben, dass die Insel heimgesucht wird und so verfällt alles. Angeblich soll hier Bob Dylan seinen Song „Mozambique“ geschrieben haben. Nach einem traumhaften Sonnenaufgang und einem guten Frühstück ging es mit den Booten los. Schwimmwesten an und ca. 20 min Fahrt mit doch etwas ruppigen Seegang. Auf der Insel angekommen haben wir erst einmal einen ausgiebigen Strandspaziergang gemacht ehe es zum Mittag essen ging. Hier gab es gegrilltes Huhn und Salate und anschließend waren alle noch einmal baden bzw. schnorcheln im kristallklaren Wasser,

Morgen geht es leider schon wieder weiter. Wir hätten es hier doch noch einige Tage aushalten können. Aber wir freuen uns natürlich auch auf die anstehenden Etappen unserer Reise.

 

 

 

 

 

 

 

 

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